Massageöle, Massagebalsame 

Das richtige Öl

Ein Öl für die Massage soll auf Pflanzenbasis sein und nicht zu schnell in die Haut einziehen. Ich verwende gerne das Bio-Sonnenblumenöl aus dem Coop (High Oleic, Bratöl), das aufgrund des hohen Gehaltes an der einfach ungesättigten Ölsäure sehr gut wärme- und lichtstabil ist und keinen starken Eigengeruch aufweist. Es ist auch zum Braten und Kochen geeignet. Wenn ich ein Kokos- oder Olivenöl nehme, bevorzuge ich eine Qualität, die schonend desodoriert wurde und duftneutral ist.

Natürlich können auch kaltgepresste Öle genommen werden, wie etwa kaltgepresstes Mandelöl. Meine Erfahrung ist, dass solche Öle schnell ranzig werden. Schon der kleinste Hauch von “ranzig” empfinde ich als sehr unangenehm. Gerade die wertvollen Öle, die reich an ungesättigten Fettsäuren sind, sind sehr oxidationsempfindlich. Sauerstoffmoleküle verbinden sich mit diesen Fettsäuren rasch zu oxidierten Nebenprodukten, die die Haut reizen und für den ranzigen Geruch verantwortlich sind. Wenn mit solchen Ölen massiert wird, dann gilt es besonders, die unten aufgeführten Tipps zu beherzigen.

Für alle Massageöle gilt:

●        Rasch aufbrauchen: die eingekaufte Menge Öl der Anzahl Massagen anpassen.

●        Luftgeschützt aufbewahren: keine halbleeren Flaschen, die lange rumstehen.

●        Kühl aufbewahren: Raumtemperatur ist in Ordnung, aber nicht in der Nähe von Heizquellen.

●        Lichtgeschützt aufbewahren: in einer dunklen Flasche in den Schrank stellen.

Rezeptur Massagebalsam

Zur Massage von Füssen und Händen eignen sich neben Massageöl auch Massagebalsame, die eine etwas griffigere Konsistenz aufweisen. Herkömmliche Cremen aus dem Massage-Fachhandel enthalten viele unerwünschte chemische Begleitstoffe: Silikonderivate, Paraffine aus Erdöl, Konservierungsmittel sowie künstliche Duftstoffe.

Dabei lässt sich ein Massagebalsam selber einfach herstellen. Alles, was es braucht, ist ein Basisöl, Bienenwachs als Konsistenzgeber, und falls gewünscht, Sheabutter als zusätzlicher Weichmacher.

Basisöl

Nimm dazu ein fettes Öl, das nicht schnell ranzig wird. In der Santa Barbara Cream, einem Produkt aus der USA, das viele Esalen Practitioner verwenden, wird als Basisöl Kokosöl und Olivenöl verwendet. Es kann natürlich auch ein Sonnenblumenöl oder Rapsöl sein. Du kannst im Prinzip jedes geruchslose Öl verwenden, das du schon in der Massage oder zum Kochen brauchst. Das Basisöl verwende ich in einer Konzentration von 90%.

Bienenwachs: Konsistenzgeber

Bienenwachs, Cera flava, gibt unserem Balsam seine Streichfähigkeit. Wir brauchen es in einer Konzentration von 7 - 10%, je nachdem, was für eine Konsistenz gewünscht wird. Das Wachs schmilzt bei einer Temperatur zwischen 62 und 65°C. Du kannst Bienenwachs in vielen Apotheke als Offenware in Plättchenform kaufen. 1 gut gehäufter Teelöffel entspricht etwa 5 g Bienenwachs.

Zubereitung

Zur Zubereitung von Balsamen und Salben verwende ich die “Schraubglas-Schüttel-Methode”. Falls du eine genaue Waage hast, wäge 5 g in das Glas ein. Oder nimm einen gehäuften Teelöffel Bienenwachs, das ist in etwa 5 g. Dann fülle 45 g Basisöl auf. Stelle es in einen Steamer und erwärme das Öl mit dem Bienenwachs, bis eine klare Lösung entsteht. Ich stelle dabei meinen Steamer auf Dampf, 75 Grad und 15 min ein.

Nun schüttle das Glas, bis die Lösung wieder trüb wird. Achte darauf, dass der Schraubverschluss gut zugeschraubt ist. Dann rühre mit einem Glasstab oder Löffel weiter, bis der Balsam an Konsistenz zunimmt und fast ganz erkaltet ist. Jetzt kannst du, wenn du willst, ätherische Öle hinzufügen.[1]

Natürlich kannst du das Öl-Wachs-Gemisch auch einfach langsam auf dem Wasserbad schmelzen und es dann kaltrühren.

Wenn du grössere Mengen herstellen willst: nimm ein grösseres Schraubglas, das du danach entsorgen kannst. Alles, was mal mit Bienenwachs in Kontakt gekommen ist, ist schwer wieder sauber zu kriegen. Du kannst den Balsam nach dem Einrühren der ätherischen Öle, solange er noch halbflüssig ist, direkt in schöne, dunkle Salbentöpfchen aus Glas oder in weisse Kunststofftöpfchen giessen. Er wird in den nächsten Stunden und Tagen etwas nachhärten. Der Balsam ist 1 Jahr haltbar, falls du frische Zutaten nimmst und der Balsam dunkel aufbewahrt wird.

Balsam mit Sheabutter

Du kannst den Balsam durch die Zugabe von Sheabutter zusätzlich verfeinern. Sheabutter ist sehr heikel in der Verarbeitung. Er mag nicht bei hohen Temperaturen geschmolzen werden oder zu rasch abkühlen. Oft gibt es, auch noch Wochen nach der Herstellung, kleine Körnchen, die auskristallisieren. Sie schmelzen bei Hautwärme wieder, aber es kann sein, dass der Balsam dadurch eine körnige Konsistenz annimmt.

Ersetze in der Rezeptur 20% des fetten Basisöles mit Sheabutter. Sheabutter schmilzt zwischen 32 bis 42°C. Lasse die erwärmte, klare Bienenwachs-Öl auf etwa 45°C abkühlen und füge dann den noch festen Sheabutter hinzu.

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1.10.2019/ Li