Im Juli 2026 kamen Praktizierende und Lehrende aus aller Welt im Kientalerhof in der Schweiz zum ersten Esalen® Massage Global Village zusammen. Was als Idee innerhalb der deutschsprachigen Esalen-Massage-Community begann, entwickelte sich zu einer Woche voller Lernen, Begegnungen und einem neuen Gefühl von Zugehörigkeit.
Während der beiden Tage des Teacher Gatherings fiel immer wieder derselbe Satz:
„Das haben wir vermisst.“
Die erfahrenen Lehrerinnen und Lehrer erinnerten sich an die Anfänge am Esalen Institut. Sie erzählten von den Behandlungsräumen an den heißen Quellen, wo man sich ganz selbstverständlich traf, gemeinsam praktizierte, voneinander lernte, Ideen austauschte und Zeit miteinander verbrachte. Diese Erinnerungen drehten sich nie nur um Massage. Sie erzählten von Freundschaft, gemeinsamem Üben und dem Gefühl, Teil einer lebendigen Gemeinschaft zu sein.
Im Laufe der Jahre hat sich die Esalen-Massage-Community über die ganze Welt verteilt. Lehrende leben und arbeiten heute auf verschiedenen Kontinenten. Die regelmäßigen EMBA-Treffen halten den Kontakt aufrecht, finden aber über Zoom statt. Während des Teacher Gatherings wurde deutlich, wie sehr alle das persönliche Zusammensein vermisst hatten – gemeinsame Mahlzeiten, Gespräche, Bewegung und stille Momente.
Eine Vision nimmt Gestalt an
Die Idee für das erste Esalen Massage Global Village entstand innerhalb der deutschsprachigen Esalen-Massage-Community. Lehrerinnen aus der Schweiz und Deutschland stellten sich eine einfache Frage: Was wäre, wenn wir ein internationales Treffen in Europa organisieren würden? Was wäre, wenn wir Lehrende aus aller Welt einladen und die Erfahrung anschließend auch für Praktizierende öffnen würden?
Es ging nie darum, einfach einen weiteren Workshop zu veranstalten. Die Vision war ein Ort, an dem Beziehungen wachsen, Erfahrungen geteilt und sich die internationale Esalen-Massage-Community endlich wieder persönlich begegnen kann.
Der Anfang mit den Lehrenden
Deshalb begann das Treffen mit zwei Tagen ausschließlich für die Lehrenden. Bevor die Praktizierenden in den Kreis aufgenommen wurden, blieb Zeit für Wiedersehen, Austausch, gemeinsame Reflexion über Führung und Zusammenarbeit sowie Gespräche über die Zukunft der Esalen Massage. Gemeinsam erinnerten wir uns an die Menschen, die diese Arbeit geprägt und weit über Big Sur hinausgetragen haben. Wir erzählten Geschichten, bewegten uns gemeinsam, lachten miteinander und schufen Rituale, die sowohl unsere Tradition als auch unsere Freundschaften würdigten.
Immer wieder fiel derselbe Satz:
„Das haben wir vermisst.“
Ein Gespräch über Generationen hinweg
Eines Abends ergab sich eine besondere Gelegenheit. Über Zoom schaltete sich Michael Murphy, Mitbegründer des Esalen Institute, zu uns. Mit 95 Jahren beantwortete er großzügig unsere Fragen und sprach über die frühen Jahre des Instituts sowie über die Vision, aus der Esalen entstanden ist. Mac Murphy, sein Sohn, moderierte das Gespräch und machte diese Begegnung möglich. Es war ein seltenes Privileg, einem der Menschen zuzuhören, dessen Ideen den Ort geprägt haben, an dem die Esalen Massage ihre Heimat fand.
Der Kreis öffnet sich
Am Mittwochnachmittag veränderte sich die Atmosphäre im Kientalerhof. Praktizierende aus vielen Ländern Europas, aus China und weiteren Teilen der Welt trafen ein. Noch bevor die Eröffnungszeremonie begann, lag eine spürbare Vorfreude in der Luft. Alte Freundschaften wurden erneuert, neue Bekanntschaften geschlossen – und alle betraten den gemeinsamen Raum mit Offenheit und Neugier.
Mit der Opening Ceremony wurde aus dem Teacher Gathering das erste Esalen Massage Global Village. Nach zwei gemeinsamen Tagen öffneten die Lehrenden den Kreis und hießen die Praktizierenden willkommen. Was in diesem Moment entstand, ließ sich kaum in Worte fassen. Eine besondere Freude erfüllte den Raum – und blieb bis zum letzten Tag spürbar. In Gesprächen zwischen den Workshops, bei den gemeinsamen Mahlzeiten und in unzähligen stillen Begegnungen.
Gemeinsam in Bewegung
Am selben Abend führten Mac Murphy und Ingrid May durch den Opening Dance. Es war weit mehr als ein Kennenlernen. Zum ersten Mal bewegte sich die Gemeinschaft als Ganzes. Präsenz, Aufmerksamkeit und Offenheit – Qualitäten, die die Esalen Massage prägen – wurden schon spürbar, lange bevor die erste Massage gegeben wurde.
Ein gemeinsamer Rhythmus entsteht
Schon bald fand das Global Village seinen eigenen Rhythmus. Jeder Morgen begann mit Bewegung und Meditation. Tagsüber wurde gelernt, praktiziert und Erfahrungen ausgetauscht. Die Abende brachten alle wieder zusammen – bei Gesprächen, Musik, Reflexion und gemeinsamen Feiern. Es entstand eine natürliche Balance zwischen Lernen und Freundschaft, Struktur und Spontaneität.
Eine lebendige Tradition
Zu den bewegendsten Momenten gehörte das Legacy Panel. Per Zoom waren Brita Ostrom, Deborah Meadows, Vicki Topp und Peggy Horan zugeschaltet. Ihre Geschichten machten spürbar, dass Esalen Massage weit mehr ist als eine Methode. Sie ist eine lebendige Tradition, die von Menschen getragen wird, die ihr Wissen mit Großzügigkeit und Sorgfalt weitergeben.
Den Kreis weitertragen
Am Sonntag fand das Global Village mit einer schlichten und zugleich berührenden Abschlusszeremonie seinen Ausklang. Alle Teilnehmenden erhielten eine kleine Flasche mit Wasser aus dem gemeinsamen Gefäß der Eröffnungszeremonie.
Vor dem Abschied richtete sich der Blick noch einmal nach vorn. Die Altartücher mit den Handabdrücken der Gemeinschaft wurden feierlich an Robin Fan, Mac Murphy und – stellvertretend durch ein Kissen in der Mitte – an Brita Ostrom übergeben. Sie nahmen sie als Einladung entgegen, sie eines Tages zum Esalen Institute zurückzubringen – in der Hoffnung, dass sie dort über dem Altar des nächsten Esalen Massage Global Village hängen werden.
Als das Treffen schließlich zu Ende ging und sich die Wege trennten, traf eine Frau im Kientalerhof zu einem anderen Seminar ein. Sie hatte am Global Village nicht teilgenommen und wusste nichts von der Woche, die hinter uns lag. Sie beobachtete die Abschiede – lange Umarmungen, Gespräche, Dankbarkeit und die stille Wehmut des Loslassens.
Später erzählte sie, wie sehr sie dieser Moment berührt hatte. Besonders in Erinnerung blieb uns ein Satz:
„Da war so viel Liebe in diesem Raum.“
Vielleicht beschreibt genau das am besten, was das erste Esalen Massage Global Village ausgemacht hat.
Nicht nur gemeinsam zu lernen.
Nicht nur gemeinsam zu lehren.
Sondern wiederzuentdecken, was so viele Lehrende in den ersten Tagen ausgesprochen hatten:
„Das haben wir vermisst.“
Das Global Village wurde durch die Menschen lebendig, die zusammenkamen, einander begegneten, miteinander praktizierten und ihre Erfahrungen teilten.
Möge dies erst der Anfang sein.